120.000 EuroSo viel kostet ein Kind etwa bis zum 18. Lebensjahr. So richtig bewusst wird das einem aber erst, wenn die ersten Dinge bezahlt werden müssen. Das läppert sich. – Auch schon in der Schwangerschaft!

Je weiter die Schwangerschaft von Ninja fortschreitet, umso mehr Dinge werden mir plötzlich bewusst und real. Und was einen vor lauter Beseeltheit und Glück erdet und wieder auf den Boden der Tatsachen holt, ist die Frage, wie man das später alles bezahlen wird.

Die ganzen Ausgaben fangen ja jetzt schon in der Schwangerschaft an. Das sind anfangs noch kleine Kleckerbeträge: Hier mal 80 Euro für einen Geburtsvorbereitungskurs. Da mal 40 Euro für eine Schwangerschaftshose. Und nochmal ein paar Euro für die ersten Kleinkinderklamotten, bei denen man einfach nicht widerstehen konnte vor lauter Vorfreude.

Schnell wurde mir bewusst: Das mit dem Geld ausgeben, das fängt ja jetzt erst an! 

Bald schon werden die richtig großen Geldbeträge kommen: Eine Erstausstattung für’s Kind, ein Kinderwagen, Möbel für’s Kinderzimmer und und und. Das wird in Zukunft ja nicht wenig werden, wenn das Kind erstmal munter vor sich hin wächst.

Zugegeben: Ich habe absolut keine Vorstellung, wie viel so ein Kind im Monat dann kosten wird. Mit ein paar hundert Euro rechne ich – aufgrund fehlender Erfahrungen – aber schon. Bleibt die Frage, wie das alles bezahlt wird.

Von meinem Gehalt und von dem, was Ninja in Mutterschutz und Elternzeit bekommt. Uns geht es beiden finanziell sehr gut, keine Frage. Mit den kalkulierten Kosten werden wir uns in vielen Dingen dann aber trotzdem ziemlich einschränken müssen.

Wenn ich dann sehe, wie mau die finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite ist, frage ich mich schon, wie das andere Familien schaffen. Familien, in denen es nicht zwei Elternteile gibt, die zum Lebensunterhalt beitragen können. Oder bei Eltern in prekären Arbeitsverhältnissen.

Denn wenn man ehrlich ist: Von 184 Euro Kindergeld kann man keine großen Sprünge machen. Da hilft auch eine Erhöhung um 4 Euro nur marginal.

Klar, ein Kind bekommt man nicht wegen des Geldes. Und das, was man an (finanzieller) Freiheit aufgibt, wird tausendfach durch ein Kind aufgewertet.
Wenn wir aber von einer alternden Gesellschaft sprechen und davon, dass in Deutschland viel zu wenige Kinder geboren werden, dann muss man auch feststellen, dass die Anreize vom Staat doch sehr gering sind.

Aber vielleicht fehlt uns in Deutschland auch einfach nur der Mut zu (vielen) Kindern.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Thema? Und gibt es unter euch welche, die mir bei meiner Kalkulation mit Erfahrungswerten helfen können?

2 Kommentare

  1. Hey Adrian, meine Erfahrung in den ersten Monaten: Rund um die Geburt kam ganz schön etwas zusammen, das läppert sich in der Tat. Aus meiner Sicht vor allem für die Mutter, die nicht nur neue Klamotten braucht, Zusatzstoffe, Untersuchungen etc … da fand ich immer wichtig, das aufzuteilen. Auch, weil gerade in der Elternzeit die Mutter sich viel um Besorgungen kümmert und im Blick hat, was gebraucht wird, zumindest wenn sie einen Großteil der Elternzeit nimmt. Nach den großen Anschaffungen wie dem Kinderwagen (den ich sehr günstig gebraucht gekauft habe), wird es dann aber tatsächlich entspannter. Ich habe es in den ersten Monaten wirklich kaum gemerkt, weil gerade wenn eine Frau stillt, das Kind kaum etwas braucht. Wenn man nicht stillen kann oder will, wird es tatsächlich teurer, denn Säuglingsnahrung ist nicht billig. Ich sehe aber das erste Jahr auf jeden Fall entspannt, die tatsächlichen Kosten kommen aus meiner Sicht erst, wenn die Kinder älter werden. Aber toll sind immer Freunde im Umfeld, die ältere Kinder haben und von denen man Sachen erben kann. Und ich finde es immer schön, wenn unsere Kleine wächst und ich Dinge weitergeben kann.

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.