Kein Mensch ist „sozial schwach“

3 Gedanken zu „Kein Mensch ist „sozial schwach““

  1. Hallo Herr Korte,

    zunächst möchte ich mich bei Ihnen für Ihren hervorragenden Beitrag, im Sinne vieler Menschen, bedanken, die durch diese Unart von Worten, diskriminiert werden.

    Auch ich durfte in jüngster Vergangenheit die Erfahrung machen, als „Sozial Schwach“ bezeichnet zu werden.

    Hintergrund dieser Worte war, dass ein volljähriger Sohn eines sehr gut verdienenden Bekannten, materielle und andere Möglichkeiten in den Wind schießt, die Schule abgebrochen hat und in den Tag hineinlebt, während meine Tochter zielstrebig ist, das Abitur macht und Zukunftspläne hat.
    Es sei erwähnt, dass ich alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und als Sekretärin tätig bin.
    Ich habe ein durchschnittliches, zufriedenstellendes Einkommen.

    Wortwörtlich hieß es:“

    Ich grübel öfters darüber, wie es dazu kommt, dass das Kind aus einem gut betuchtem Elternhauses alles gegen die Wand fährt und das Kind einer sozial schwachen Frau, wie Du es bist, den Ehrgeiz haben kann, das Abitur zu machen.“

    Ich finde es ungeheuer empörend, wie unüberlegt die Gesellschaft mit dieser deformierenden Wortwahl umgeht.

    Wenn es den Ausdruck denn wirklich geben würde, dann dürfte vom Charakter her ein schwer reicher Mensch, der nach einem notleidenden Menschen,welcher am Boden liegt, tritt “ sozial schwach“ sein…….

  2. Hallo und guten Tag,

    zum ersten mal wurde ich auf diesen Begriff „sozial schwach“ aufmerksam gemacht durch den Kabarettisten Hagen Rether.

    Wenn von sozial Schwachen die Rede ist, wird auf die wirtschaftliche Situation Bezug genommen.
    Die Feststellung diesen Begriff gäbe es nicht, ist nicht ganz richtig. Er ist in der Welt und wir müssen damit leben.
    Allerdings nicht unwidersprochen.
    mfG Ferdinand Kuppertz

    1. Nur zur Richtigstellung: Ich sage nicht, dass es den Begriff nicht gebe. Ich sage, dass er nicht geeignet ist, Menschen zu beschreiben. Weil er diskriminierend und zudem sprachlich irreführend ist.
      Aber ja, ich stimme Ihnen zu: Er ist in der Welt. Damit leben müssen wir aber nicht. Sondern immer wieder darauf hinweisen, was man stattdessen sage könnte. „Wirtschaftlich schwach“ z. B. oder – ganz einfach – „arm“.

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