Auch Blogger müssen Werbung richtig und erkennbar kennzeichnen. Damit das leichter klappt, habe ich eine kleine technische Lösung für WordPress gebaut.

Gestern Abend war ich Teil einer ganz spannenden Diskussion auf Twitter. RA Christian Solmecke hat auf Einladung von BLOGST Antworten auf rechtliche Fragen zum Thema Bloggen gegeben.

Für mich der spannendste Teil: Wann muss man einen – wie auch immer – gesponserten Beitrag eigentlich als Werbung deklarieren. Und vor allem: Wie genau muss das aussehen?
Die Antwort in kurz: Immer, wenn ein Beitrag nur durch eine Entlohnung entstanden ist, muss er als Werbung gekennzeichnet werden. Und zwar explizit, irgendwelche Wischiwaschi-Erklärungen à „durch die nette Unterstützung von Hotel X entstanden“ sind nicht sicher.

Die einzige Ausnahme hiervon bilden Geschenke oder beispielsweise Rezensionsexemplare bei denen mir freisteht ob und wie (auch negativ etwa) ich darüber berichten will.

In diesem Zusammenhang hat Clara auf die Lösung in ihrem Blog verwiesen: Immer, wenn es sich um eine werbliche Auftragsarbeit handelt, kann sie das im Admin-Interface bei WordPress anklicken, es wird dann ein kleiner Button im Blogpost ausgeliefert, der die Werbung klar kennzeichnet.

Und jetzt komme ich ins Spiel: Ich habe mich angeboten, eine solche (programmierte) Lösung für selbstgehostete WordPress Blogs zu bauen. Und die ist hier.

Wichtiger Hinweis vorab: Bevor du irgendwelche Änderungen an deinem Blog vornimmst, mache bitte ein Backup aller Daten und auch der Datenbank. Wenn was schief geht, kannst du mit diesem Backup alles wiederherstellen. Im Übrigen hafte ich nicht, wenn doch mal was schief geht, du machst das alles auf eigene Gefahr.
Und noch dies: Diese Lösung funktioniert ausschließlich bei selbstgehosteten WordPress Blogs, wordpress.com, Blogspot, blogger.com, etc. geht nicht.

Außerdem solltest du ein wenig Erfahrung haben, was WordPress Themes angeht. Wenn du bislang noch nie das CSS deines Themes angepasst hast oder wenigstens kleine technische Änderungen an den Themedateien vorgenommen hast, lass besser die Hände davon.
Schreib‘ mir gern eine Mail, wenn ich die Implementierung für dich übernehmen soll. Da finden wir dann eine Lösung. 😉

Und so geht’s:

  1. Füge den ersten Codeschnipsel in deiner functions.php ein. Wenn du daran nicht rumfummeln möchtest, solltest du dir mal das Plugin CodeSnippets anschauen.
  2. An der Stelle in deinem Theme, an der der Button später erscheinen soll, fügst du zweiten Codeschnipsel ein. Wichtig: Das muss in der Themedatei geschehen, also (in Abhängigkeit von deinem Theme) z. B. in der single.php und innerhalb des sog. WordPress Loops.
    Bei Fragen wende dich gern an mich, jedes Theme verhält sich da ein wenig anders.

Den zweiten Teil kannst und solltest du noch nach deinen Vorzügen optimieren. Im „echo“ kannst du im Prinzip jeglichen HTML-Code einsetzen, der dir lieb ist. Also auch Bilder oder Buttons, fette Texte oder Icons.

Werbung markieren
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Das war’s schon. Du findest beim Schreiben oder Editieren von Beiträgen jetzt rechts oben ein neues Feld. Wenn es sich bei deinem Beitrag um Werbung handelt, musst du das nur anhaken. In diesem Beitrag sehen Besucher dann automatisch deinen Werbehinweis und du zeichnest werbliche Beiträge gesetzeskonform aus.

Weitere Infos zu diesem Thema gibt übrigens auch in Christian Solmeckes Buch Recht im Social Web: Der umfassende Ratgeber für alle Fragen im Social Media Marketing (Affiliatelink). Muss ich mir auch nochmal kaufen.

28 Kommentare

  1. Danke für diesen hilfreichen Beitrag, werde ich demnächst mal einbauen.
    Ich mags, Dinge im Blog zu automatisieren. Vor allem wenn man nur sehr selten einen werblichen Beitrag hat und dennoch möchte, dass alle gleich gekennzeichnet sind, erspart der Haken die Suche nach den alten Beiträgen, wenn man das an einer Stelle für alle gleich gestalten kann.

  2. Pingback: Werbung kennzeichnen in WordPress 3Tage.in Bloggen, Kennzeichnung, Recht, Werbung

  3. Das Thema „Werbung und Blogs“ ist eine Herausforderung. Jedoch frage ich mich, wie die Situation von Corporate Blogs aussieht. Da aus rechtlicher Sicht Unternehmen immer Werbung machen, bräuchten Sie niemals in ihrem Corporate Blog Werbung kennzeichnen. Sobald ein Blog bzw. eine Website ein Impressum ausweist, muss dahinter ein Unternehmen stecken, da hundertprozentig private Blogs kein Impressum ausweisen müssen. Demnach müssten Blogs mit einem Impressum doch keinen Hinweis auf „Werbung“ geben oder?

    Beste Grüße

    Ralph

    • Gute Frage.
      Ich sehe hierbei allerdings eine andere Fallhöhe: Corporate Blogs sind immer Teil der Unternehmenskommunikation und werden in aller Regel ja auch als eben solche explizit gekennzeichnet.

    • Wegen der Corporate Blogs vielleicht noch eine Anmerkung: Ich habe gesehen, dass zum Beispiel T-Gut (bewusst falsch geschrieben) ein Blog betreibt und dort haben sie auf JEDER Seite das Wörtchen „Anzeige“ stehen. Ist vermutlich die Lösung, mit der man am wenigsten rechtliche Probleme zu erwarten hat.

  4. Hallo zusammen!
    Ich habe eine Lösung gefunden, mit der man mithilfe von einem Plugin und einer CSS-Datei zum Beispiel Amazon-Affiliate-Links leicht im gesamten Blog kennzeichnen kann. So machen es auch die grossen Jungs wie Heise.de und andere.

    Hier ist die Anleitung dazu…funktioniert mit WordPress 4 bestens:
    http://www.sir-apfelot.de/wordpress-werbelinks-automatisch-kennzeichnen-3076/

    Viele Grüße!

    Jens

  5. Vielen Dank für die Code Schnipsel. War gerade dabei mir selber etwas zu basteln, kam aber nicht weiter. Hab auch bei der Twitterparty mitgemacht und wollte die rechtlich sicherste Variante wählen und einfach drüber schreiben, wenn es sich um Werbung handelt. Werde jetzt Deinen Code einbauen und habe genau das, was ich wollte. Nochmals vielen lieben Dank.
    LG Barbara

  6. Nachdem ich mir einmal komplett den Blog zerschossen habe, gehts jetzt!

    LEUTE der Hinweis nach Backup ist echt kein Scherz!

    • Das ist leider nie ein Scherz. 😉
      Schön, dass es jetzt klappt!

      Aber: Du kannst mich auch jederzeit kontaktieren, wenn du Hilfe benötigst. Dann am besten per E-Mail.

      • Auch ich bedanke ich mich sehr, sehr herzlich für den Code. Ja ein öffnendes Php Tag in der Functions.php hat mir auch erstmal alles zerschossen. Zum Glück hatte ich davor ein Backup gemacht. Aber ich musste auch erstmal hinter das Problem kommen.
        Jetzt funktioniert alles wunderbar. Vielen, vielen Dank!!!

      • Ich hätte da auch noch eine Idee. Theoretisch brauch man Affiliate Links ja noch nicht kennzeichnen. Aber ich würde das auch gerne machen. Vielleicht hast du ja Zeit und Lust den Code noch so anzupassen, dass man auch noch einen Haken für Affiliate hätte. Das fände ich total cool. Ansonsten würde ich mal versuchen deinen Code nachzuvollziehen und das zu ergänzen.

        • Hi Judith.

          Schön, dass die Implementierung bei dir geklappt hat!

          Lass mich zu deinem Kommentar vielleicht zunächst sagen: Natürlich musst du Affiliatelinks als solche kennzeichnen! Auch die jüngere Rechtsprechung ist da recht eindeutig und du solltest – aus Verantwortung und Transparenz deinen Lesern ggü. und um etwaigen Abmahnungen durch Wettbewerbern vorzugreifen – meines Erachtens möglichst bald die Kennzeichnung nachholen.

          Grundsätzlich kann meine Lösung um verschiedene Kennzeichnungen erweitert werden.
          Sie ist für deine Anforderung einer Affiliate Kennzeichnung nicht geeignet, sofern – wovon ich ausgehe – in einem Artikel von mehreren Links nur wenige Affiliatelinks sind.

  7. Pingback: Richte Kennzeichnung von Kooperationen im Blog - familiert.de

  8. Pingback: Warum ich Affiliatelinks einsetze › CMD-A

  9. Hey Adrian,

    besten Dank für den Code, hab ihn erfolgreich integriert – funktioniert einwandfrei.
    Und Nachtrag zu Katharina: genau, unbedingt vor jeder größeren OP ein backup machen und wenn man die Änderungen über ein Child-Theme vornimmt, ist der Puls auch nicht so hoch 🙂

  10. Perfekte Lösung, vielen, vielen Dank dafür, Einbau hat prima geklappt!

  11. Pingback: Über den Tellerrand - Gestöbert auf Blogs (KW 14) - Life-Style-Check

  12. Wie sieht denn die fertige Lösung/ Einbindung aus?

  13. hapüüü…
    Hey Adrian…

    also klar, wenn ich n Produkt für n Testbericht bzw diesen als Review bekomme, das ich das dann nicht als „Werbung“ deklarieren muss, kenn ich berits.
    Wie sieht das aber denn aus, wenn ich über Ein Produkt was schreibe, was ich zwar selbst nutze, aber nicht von Firma XYZ bekomme habe, dennoch für den Blogpost Geld bekomme?
    Wie sieht das aus, wenn ich zu einem Event eingeladen werde, und die Firma die einlädt die Anreise erstattet?

    • Moin Marcel.

      Ich bin kein Jurist und daher eigentlich der falsche Ansprechpartner für Deine Frage.
      Ich kann daher nur meinen Kenntnisstand wiedergeben, ohne Gewähr für Richtig- und Vollständigkeit.

      Dein Kommentar teilt sich ja in drei Bereiche.
      1) Wenn Du ein Produkt bekommst und eine Berichterstattung Voraussetzung ist, dass Du das Produkt erhältst, dann musst Du das m. W. sehr wohl als Werbung kennzeichnen.
      2) Wenn Du einen Beitrag nur deshalb schreibst, weil Du Geld bekommst, ist es klar: Hier ist eine Kennzeichnung als Werbung unbedingt erforderlich.
      3) Zu Events und Reisen kann ich nicht viel sagen. Aber auch da ist ja immer die Frage: Berichtest Du nur, weil Du dafür ein irgendwie geartetes „Honorar“ (das kann ja auch eine Reise sein) erhältst? Dann musst Du das kennzeichnen.

      Aber wie gesagt: Für eine hundertprozentig richtige und vollständige Antwort fragst Du besser einen Anwalt. 😉

  14. Eigentlich ales gemacht wie beschrieben aber wieso sehe ich keinen Hinweis. Habe bei Echo das WERBUNG belassen aber im Text änderte sich nix.

    Siehe hier: http://www.ndevil.com/2016/06/getraenke-hoffmann-zeigt-den-hoechsten-bierkistenstapel-der-welt/

    • Moin.

      Tatsächlich wird mir der Beitrag hinter Deinem Link gar nicht angezeigt.

      Ohne mehr Infos wird es zudem sowieso schwer, eine Ferndiagnose durchzuführen. Hast Du diese mehr Infos mal für mich? Gern auch per Mail (siehe Impressum).

  15. Moin,

    danke, vom Prinzip her habe ich hier bei dir gerade genau das gefunden, was ich gerade für unsere Seite gesucht habe. Zumindest fast. Ich werde das später trotzdem bei unseren Seiten erst einmal genau so einbinden. Perfekt wäre, wenn man man die Box um eine Auswahl erweitern könnte. Statt nur „Werbung“ auch „Affiliate Links“ und „PR Sample“ als Auswahl mit aufnehmen könnte. So hätte man alle Punkte abgedeckt. Ich war gerade echt verwundert, das es hierzu noch überhaupt keine Plugins gibt, denn eigentlich ist das ja ein ganz wichtiges Thema.

    Gruß
    Lars

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