Mit zweierlei Maß zu messen, ist offenbar sehr beliebt. Auch bei „Amy&Pink“, dem „Liebling der Internet-Generation“ und einer „der innovativsten und mutigsten Online-Publikationen unserer Zeit“ (finden die zumindest selbst), bedient man sich solcherlei Rechnungen gern.

Vor kurzem erschien in eben diesem „Magazin“ ein Artikel darüber, wie junge Absolventen in der Medienbranche in Berlin ausgebeutet werden und zu Minimalstlöhnen schuften dürfen. Eine Aussteigerin aus diesem Business schildert ihre Eindrücke und stellt fest: „Die Berliner Medienbranche ist eine unterbezahlte Hölle„.

Screenshot Facebook, Ankündigung Amy&Pink: "Die Medienbranche ist eine unterbezahlte Hölle".
Screenshot Facebook, Ankündigung Amy&Pink: „Die Medienbranche ist eine unterbezahlte Hölle“.

Spannend war der Kommentar, der am meisten Zuspruch erhielt.

sprach das „Magazin“, welches kaum fest angestellte Redakteure hat. Lol.

Für mich war „Amy&Pink“ bisher ein Phänomen: Das „Magazin“ besteht zum Großteil aus Tittenbildchen, ganz viel Quatsch und ganz selten mal einem lesenswerten Beitrag, Kommentar, what so ever. Dieser Artikel war daher mal was ganz spannend: Einigermaßen gut geschrieben und mit begründbarer Kritik und eben mehr als die Beschreibung eines Videos, Instagram-Accounts oder …Brüste. Den genannten Kommentar konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht so recht einordnen.

Möglich war das dann aber zwei Tage später. Da gab es wieder einen Facebook-Post:

50,- EUR pro Artikel bietet Amy&Pink bei freier Mitarbeit.
50,- EUR pro Artikel bietet Amy&Pink bei freier Mitarbeit. Screenshot: https://www.facebook.com/amypink.com

50 Euro. Was erstmal klingt wie ein nettes und schnellverdientes Taschengeld, verliert seinen Glanz bei genauerem Hinsehen: Zwar gibt es keine Mindestlänge, aber so 1000 Wörter wären schon ganz gut. Aber: Geld gibt es erst zwei Monate nach der Veröffentlichung. Weil man vorher selbst kein Geld verdient.

Mal abgesehen davon, dass 5ct pro Wort nicht sehr üppig sind: Kann ich Handwerker in Zukunft auch erst bezahlen, wenn ich meinen Lohn erhalten habe?

Amy&Pink: Geht’s noch?

Oder anders: Ja, die Berliner Medienbranche ist eine unterbezahlte Hölle. Mehr verkneife ich mir mal…

Foto: Guian Bolisay, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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